Was versteht man unter der AMD?

Die „AMD“ = „altersbedingte Makuladegeneration“ wird im Volksmund oft kurz „Makula“ genannt. Die „Makula lutea“ ist die Stelle des schärfsten Sehens auf unserer Netzhaut. Die Netzhaut kleidet das Auge wie eine Tapete aus und beinhaltet alle wichtigen Sehzellen. Ist diese nicht mehr intakt, so spricht man von der Makuladegeneration. Dies passiert häufig mit zunehmendem Alter.

 

Wie merke ich etwas?

Je nachdem, an welcher Stelle der Netzhaut sich die degenerierte Stelle befindet, hat man Sehstörungen wie Blitze, Schatten, schwarze Punkte oder ganze Sehausfälle. Andere Patienten beschreiben ein Sehen wie durch ein Spinnennetz oder sehen Rußregen. Fragen Sie nach einer Amsler-Gitter-Karte. Damit kann man bereits zuhause erste Selbsttests durchführen.

 

Verzerrte Linien = „Metamorphopsien“

 

Was sind die Ursachen?

Bisherige Erkenntnisse weisen auf folgende mögliche Risikofaktoren hin:

  • Genetische Faktoren (bei 60% der Betroffenen sind eines oder mehrere Familienmitglieder von der AMD betroffen)
  • Alter (Risiko steigt mit zunehmendem Alter)
  • Rauchen
  • Bluthochdruck
  • Kreislauferkrankungen
  • Vitamin- oder Mineralienmangel
  • Intensive oder längere UV-Lichteinwirkung

 

Kann ich vorbeugen?

Früherkennung: Augenärzte können heutzutage Veränderungen in der Netzhautmitte feststellen, bevor diese Sehbeschwerden verursachen. Als Selbsttest gibt es das sogenannte „Amsler-Gitter-Netz“. Fragen Sie aktiv danach. Ferner kann man durch luteinreiche Ernährung (z.B. Bananen, Aprikosen) den Prozess verlangsamen, jedoch nicht aufhalten. Wichtig sind regelmäßige Netzhautkontrollen. Wir bieten hierzu folgende Diagnostikmöglichkeiten:

  • Das OCT (Schichtaufnahme der Netzhaut)
  • Der Eidon (Fotografie des Fundus=Augenhintergrundes ohne Pupillenerweiterung)
  • Spaltlampendiagnose durch den Arzt mit erweiterten Pupillen

 

   OCT Befund    Eidon Funduskamera

 

Formen der AMD:

Im Wesentichen unterscheidet man 2 unterschiedliche Verlaufsformen:

 

TROCKENE MAKULADEGENERATION

Die trockene Makuladegeneration stellt mit ca. 70% die häufigere Form der Makuladegenerationen dar. Bei dieser Form erkennt man zu Beginn kleine gelbliche Ablagerungen (Drusen) in der Netzhaut. In diesem frühen Stadium ist das Sehen gar nicht oder nur geringfügig eingeschränkt. So dauert es z.B. länger, wenn man von draußen einen dunklen Raum betritt, bis man wieder alles erkennt, oder Farben erscheinen blasser.

 

FEUCHTE MAKULADEGENERATION

Diese Verlaufsform entwickelt sich bei ca. 20-30% der betroffenen Patienten. Als Reaktion auf die gelblichen Ablagerungen wachsen kleine Gefäßknospen unter die Netzhaut. Diese neu gebildeten Gefäße sind undicht oder können bluten, die Netzhautmitte schwillt an (“Makulaödem”). Die dort austretende Flüssigkeit führt dazu, dass die Netzhaut nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff und Mineralien versorgt wird. Sammelt sich unter der Makula zu viel Flüssigkeit kann sich die Netzhaut sogar ablösen. Auch kann es zu Vernarbungen auf der Netzhautmitte kommen. Im Gegensatz zur trockenen Spätform kann die feuchte Form mitunter sehr rasch, innerhalb nur weniger Wochen, voranschreiten.

 

Normaler Fundus – Feuchte AMD – Trockene AMD

 

Kann man eine AMD „behandeln“?

Eine sehr erfolgreiche Methode zur Behandlung ist eine Spritzentherapie. Die IVOM-Spritze verlangsamt den Prozess der AMD, heilt diesen jedoch nicht. Man kann die Sehschärfe, die noch vorhanden ist beibehalten, selten verbessern.

 

 

Hilfe, eine Spritze ins Auge?

Es klingt zunächst beängstigend, eine Spritze direkt in den Augapfel zu bekommen… beruhigend ist allerdings zu sagen, dass das Auge ausreichend betäubt wird und der Patient von der Spritze nichts spürt. Der „Eingriff“ dauert auch nur ein paar Minuten – ist also schnell vorbei. Unsere Ärzte haben eine gute Routine darin und viel Erfahrung. Sie sind also im Augenzentrum Pforzheim „in guten Händen“.