Grüner Star / Glaukom

praxishst_doku_hr_047Beim Grünen Star (Glaukom) werden in späten Stadien die Nervenzellen der Netzhaut (Retina) und des Sehnerven geschädigt. Diese Schädigungen führen zu einem schleichenden Sehverlust, der ohne Früherkennungsuntersuchungen meistens erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird. Gesichtsfeldausfälle sind die typische Form des Sehverlustes beim Glaukom. Der wichtigste Risikofaktor für ein Glaukom ist ein erhöhter Augeninnendruck, Fehlsichtigkeiten, Blutdruckprobleme und Diabetes.

Das Glaukom ist weltweit eine der häufigsten Erblindungsursachen. Daher sollten ab dem 40. Lebensjahr regelmäßig der Augeninnendruck gemessen, der Sehnerv beurteilt und gegebenenfalls das Gesichtsfeld geprüft werden. Sollte sich der Verdacht auf ein Glaukom erhärten, sind weitere diagnostische Maßnahmen in unserer Praxis möglich.

Formen

Es sind eine Reihe verschiedener Glaukomeinteilungen bekannt, die gebräuchlichste ist die Unterscheidung von primären und sekundären Glaukomen (sekundär = in Folge einer anderen Augenerkrankung, z.B. Entzündung oder Gefäßverschluß). Bei beiden Gruppen gibt es solche mit offenem Kammerwinkel (Offenwinkelglaukome) und solche mit verlegtem Kammerwinkel (Engwinkelglaukome).

Die bei weitem häufigste Glaukomform in unseren Breiten ist mit ca. 80% der Fälle das primäre Offenwinkelglaukom, also das Vorliegen eines glaukomatösen Sehnerven- und Gesichtsfeldschadens bei erhöhten Augeninnendruckwerten.

Bei bis zu einem Drittel der Patienten lässt sich jedoch, trotz typischer Schädigung, zu keinem Zeitpunkt ein Messwert jenseits von 21 mmHg (statistische Normbereichsgrenze) nachweisen – man spricht dann vom Normaldruckglaukom.

Ein angeborenes Glaukom entsteht durch Entwicklungsstörungen des Kammerwinkels während der Embryonalzeit. Eine Ursache kann die Infektion mit Röteln während der Frühschwangerschaft sein.

Beim akuten Glaukomanfall kann der Augeninnendruck um das Dreifache erhöht sein – der Augapfel ist hart, das Auge gerötet und schmerzhaft, zusätzlich können Kopfschmerzen oder Übelkeit auftreten. Ein akutes Glaukom muß sofort behandelt werden!

Ursachen

Was ist der Augeninnendruck?

Zur Aufrechterhaltung von Form und Funktion benötigt das Auge einen bestimmten Innendruck. Dieser resultiert aus Produktion und Abfluß des sog. Kammerwassers, einer klaren Flüssigkeit, die im Bereich der Aufhängung der natürlichen Linse gebildet wird (Ziliarkörper in der Hinterkammer). Dieses Kammerwasser umspült die Linse und fließt in der Vorderkammer des Auges, im sog. Kammerwinkel, wieder ab. Zu- und Abfluß halten sich die Waage.

Der Mittelwert des gemessenen Augeninnendrucks der Allgemeinbevölkerung liegt bei 15,5 mmHg*. Die damit definierte Normbereichsgrenze (2 Standardabweichungen) liegt bei 21 mmHg*. Hierbei handelt es sich also um einen rein statistischen Wert und eine willkürliche Festlegung des Normbereichs. Zu niedrige Druckwerte kommen übrigens nur extrem selten vor. (* mmHg = Millimeter-Quecksilbersäule)

Wer gehört zur Risikogruppe?

Als Risikofaktoren für die Entstehung eines Glaukoms gelten:
Erhöhter Augeninnendruck und genetische Veranlagerung, d.h. wenn eine familiäre Belastung vorliegt. Mit steigendem Lebensalter werden höhere Augeninnendruckwerte gemessen. Hohe Kurzsichtigkeit und hohe Weitsichtigkeit sowie hoher oder schwankende Blutdruckwerte können zu einem Sekundärglaukom führen wie Diabetes oder bestimmte Medikamente.

 

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